| »Was einer im Schilde führt ...« Wissen wir, was hinter dieser Redewendung steckt?
Sie entstammt einer Zeit, die uns im Rückblick als „die gute alte Zeit“ verkauft wird. Für viele Menschen war sie das beileibe nicht, denken wir nur an Hunger, Krankheit und oder an soziale Ungleichheit, also kein Unterschied zu heute.
Was einer im Schilde führte, konnte im täglichen Leben damals wichtig sein, wenn man z.B. einen Bader, einen Handwerker oder eine Herberge aufsuchen wollte. Das Zunftschild oder Wirtshausschild verwies auf den richtigen Ort.
Es konnte jedoch auch lebensnotwendig sein, zu sehen, was einer im Schilde (der Schild bei Wappen) führte: am Wappenbild erkannte man möglicherweise Freund oder Feind. Daraus hat sich schließlich das Wappenwesen ein einmaliges europäisches Kulturgut entwickelt und es wurde daraus eine bedeutende historische Hilfswissenschaft: die Heraldik.
Auch nach mehr als 800 Jahren seit ihrer Entstehung sind Wappen noch frisch und unverbraucht. Ihre Erforschung, Bewahrung und Pflege wird heute von heraldischen Vereinigungen, nicht zuletzt vom Verein
»Der Wappen-Löwe« wahrgenommen.
Dieter Linder M. A.
Präsident des Vereins »Der Wappen-Löwe«
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